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TickyVNA (LcMeas2) Vector Network Analyzer zum Messen von Frequenzgang und Impedanz mit der Soundkarte |
1.1 Vorwort
Viele Freunde von
Elektronikbasteleien, insbesondere im Bereich Audiotechnik oder aber
auch im Zusammenhang mit Teslaspulen, stehen vor Aufgabe Impedanzen
(z.B. Kapazitäten oder Induktivitäten) oder besser noch
deren Frequenzgang zu bestimmen.
Für die reine RLC-
Messung gibt es natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten
bzw. im Handel erhältlichen Messgeräten, welche entweder
recht ungenau oder aber sehr teuer sind. Zudem ist die
Funktionalität meist auf die Impedanzmessung bei bestimmten
Frequenzen (z.B. 1kHz und 100Hz) beschränkt.
So liefert
beispielsweise die pure Messung der Induktivitäten eines Audio-
Übertragers für Röhrenverstärker bei einer
einzigen Frequenz nicht genug Information, um dessen Verhalten
beurteilen zu können. So wie in diesem Beispiel sind große
Induktivitäten eben nicht als pure Induktivitäten sondern
als Schwingkreise zu betrachten, dessen Frequenzgang von belang ist.
Die Lösung für diese Aufgabenstellung ist ein "Vektor Network Anlyzer".
Ein "Vector Network Anlyzer" ist ein Instrument, welches die komplexen
Parameter eines elektrischen Netzwerkes misst.
Es ist Ziel dieses
Projektes einen sehr kostengünstigen, sehr einfachen und trotzdem
recht genauen Vector Network Analyzer (TickyVNA) für den komplexen Frequenzgang von
Impedanzen allgemein sowie stationären Induktivitäten,
Kapazitäten und Widerstände bereitzustellen.
Basis für den Vector Network Analyzer (TickyVNA) ist zunächst eine Soundkarte mit minimaler äußerer
Zusatzschaltung, sowie ein Softwareprogramm mit grafischer
Nutzeroberfläche .
Hardy Scheidig
(Juni 2011)
1.2 Historie
|   Version |
  Datum |
  Bemerkung |
|   2.0 |
  19.09.2010 |
  Grundversion LcMeas2 |
|   2.2 |
  04.12.2010 |
  Erweiterung um Vierpolanalyse |
|   2.3 |
  01.05.2011 |
  Erweiterung der Eingangsbeschaltung
  Erweiterung "Single Frequency" Messungen
  Übergang zum "Vektor Network Analyzer" (TickyVNA) |
|   2.3.1 |
  3.7.2011 |
  Kleine editorische Korrekturen |
|   2.4.1 |
  26.7.2011 |
  Anpassung hinsichtlich geänderter Level-Anzeige.
L-Ratio-Anzeige, Result- Average und "Simple Auto-LC" hinzugefügt.
Quality-Anzeige entfernt.
FAQ Kapitel erweitert
Editorische Korrekturen |
1.3 Urheberrechtsbestimmungen
Der Inhalt dieses
Werkes mit allen Texten und Abbildungen ist, soweit nicht anders
gekennzeichnet, das geistige Eigentum von
Hardy Scheidig.
Es
unterliegt den deutschen und internationalen
Urheberrechtsbestimmungen.
Alle Rechte vorbehalten.
2 Einführung
2.1 Überblick
Die Aufgabenstellung
der Bestimmung von Eigenschaften oder Komponenten einer
Zusammenschaltung von elektronischen Bauelementen wird in der
Elektrotechnik auch Netzwerkanalyse genannt. Je nach der Anzahl der
Anschlüsse bzw. der Ports (Ein Port besteht aus zwei
Anschlüssen) wird unterschieden zwischen:
- Zweipol Netzwerk (Ein Port Netzwerk)
- und Vierpol Netzwerk (Zwei Port Netzwerk)
2.2 Zweipolanalyse
2.2.1 Überblick
Die Bestimmung des
Frequenzgangs von Impedanzen entspricht in der elektrotechnischen
Netzwerkanalyse einer Zweipolmessung.
Als Basis für das
Messprinzip soll die einfachste Methode, nämlich ein simpler
Spannungsteiler, zur Anwendung kommen. Dieses Messprinzip macht es
möglich, dass sich der Bauteilaufwand auf einen einzigen
Widerstand plus Anschlusskabel zur Soundkarte reduziert.
Trotz oder aber
vielleicht genau wegen der Einfachheit des Prinzips lassen sich dank
der Möglichkeiten moderner digitaler
Signalverarbeitungsalgorithmen erstaunliche Ergebnisse erzielen.
Die theoretischen
Grundlagen der Meßmethode sind vergleichbar mit denen eines
Verfahren aus dem Jahre 1985, welches nunmehr Stand der Technik
ist:
"Verfahren zur Bestimmung von verlustbehafteten
Induktivitäten und Kapazitäten" ;
Patentschrift DD
228 910 A1 , veröffentlicht am 23.10.1985
2.2.2 Messprinzip
Die folgende
Darstellung illustriert das Messprinzip. Die zugehörige
Beschreibung gibt einen Überblick über die Funktionalität.

Abbildung 1: Messprinzip für Zweipolmessung
Z:
- "Z" ist das Messobjekt.
- Aus theoretischer Sicht ist "Z" ein komplex- wertiger Widerstand
- Die Zusammensetzung von Z, also welche Wirk- und Blindkomponente
kombiniert sind, sind zunächst einmal nicht bekannt. Die
Identifizierung der Komponenten sei neben der Bestimmung des
Frequenzgangs Z=f(freq) ebenfalls eine Zielsetzung
- Wirkkomponente: Leistungsumsetzender Anteil
- Blindkomponente: Speichernder Anteil, kapazitiv oder induktiv.
- Z kann allgemein
als Serien oder Parallelschaltung von Wirk- und Blindkomponente
aufgefasst oder aber auch direkt verschaltet sein
Referenzwiderstand R_Ref:
- R_Ref ist das einzige externe Bauteil.
- Der Wert dieses
Widerstands muss genau bekannt sein. Die Genauigkeit dieses
Widerstandes ist im direkten Zusammenhang mit der relativen
Genauigkeit der Messergebnisse.
- Der Widerstand
muss dabei keinen bestimmte Wert aufweisen, sondern der Wert eben
nur möglichst genau bekannt sein.
- Wenn man es ganz
genau haben will, muss man diesen Widerstand einmal mit einem guten
Messgerät ausmessen.
- In der Praxis
reicht es allerdings aus, einen Widerstand mit einen Toleranzwert
von 1% zu benutzen.
- Der
Wert des Widerstandes sollte im Bereich 50ohm…100Ohm…1000Ohm
liegen
- 50Ohm, wenn man
sehr kleine Induktivitäten oder sehr große Kapazitäten
besonders genau messen will.
- Achtung, hier
besteht ein Zusammenhang zum Ausgangswiderstand der Soundkarte. Ist
R_Ref zu klein, wird der Ausgang der Soundkarte zu sehr belastet
und die Ausgangsspannung bricht zusammen. Dies könnte
gegebenenfalls zu einer Beschädigung der Soundkarte führen.
- 100 Ohm ist Standard.
- 1000 Ohm, wenn
man sehr kleine Kapazitäten oder sehr große
Induktivitäten besonders genau messen will. Es ist zu
beachten, dass der Einganswiderstand der Soundkarte für diesen
Fall möglichst groß sein sollte.
- R_Ref sollte möglichst keine induktive Komponente beinhalten.
- Es sollte ein
"SMD-Widerstand" verwendet werden.
- Dies spielt
besonders dann eine Rolle, wenn man kleine Induktivitäten oder
große Kapazitäten zu messen beabsichtigt.
Generator G / SoundCard Output 1:
- "G" ist ein Signalgenerator.
- In diesem Fall ist
der Signalgenerator durch die Soundkarte realisiert.
- Der Computer
berechnet ein spezielles "Stimulussignal" und gibt dieses
über die Soundkarte aus.
- Das
Stimulussignal sorgt dafür, dass Messwerte für N
verschiedene Frequenzen (Frequenzgang) erfasst werden können.
- Die Anzahl N der
gleichzeitig stimulierten Messfrequenzen kann aus einem Set
ausgewählt werden.
Spannungsmessung (V) / Soundcard Input 1/2:
- Es sind zwei synchrone Spannungsmessungen notwendig.
- "synchron"
bedeutet, dass es für dieses Verfahren auf das
Betragsverhältnis und die Phasenbeziehung der Signale ankommt.
- Die Messzeit, also
die Dauer der Datenaufnahme für jeweils eine Messung, ist
ebenfalls für die Genauigkeit von Bedeutung.
- Es ist möglich
verschiedenen Messzeiten auszuwählen.
- Eine längere
Messzeit reduziert die Standardabweichung (also die
Schwankungsbreite der Messungen um den tatsächlichen
Messwert) des Messergebnisses.
Schalter S1:
- Dieser Schalter
symbolisiert die notwendige Verbindung für den "Direct-Cal"
Kalibriervorgang.
- Dies kann ein
physischer Schalter sein, welche bei "Direct-Cal"
geschlossen wird. Man kann aber auch ein extra Kabel verwenden,
welches SoundCard-Output1 direkt mit SoundCard-Input1 und
SoundCard-Input2 verbindet.
Computer:
- Für die
grafische Oberfläche und die Signalverarbeitungsalgorithmen ist
ein Computer mit Stereo-Soundkarte erforderlich.
- Die
grafische Oberfläche und die Signalverarbeitungsalgorithmen
sind im Programm "TickyVNA(LcMeas2)" zusammengefasst.
Siehe -->Kapitel 4
- Ein wesentlicher
Punkt der Signalverarbeitung ist der Kalibrieralgorithmus.
- Nur unter der
Benutzung der Kalibrieralgorithmen ist es möglich, die
relative hohe Messgenauigkeit zu erzielen.
2.2.3 Hardware und Verschaltung
Außer dem
Anschlusskabel zur Soundkarte ist nur ein einziger Widerstand sowie ggf.
ein Schalter erforderlich.
Die folgende Abbildung zeigt die Schaltung

Abbildung 2: Verschaltung der Soundkarte LcMeas2
Achtung!!
Vorsicht ist geboten, damit die Soundkarte nicht beschädigt wird.
- Niemals
geladene Kondensatoren anschließen !!
- Bei
Messung von großen Induktivitäten, insbesondere bei
Verwendung von kleinen R_Ref, sollte man besser
Überspannungsschutzdioden D1/D2 verwenden.
- D1
und D2 sollten eine möglichst kleine Eigenkapazität
aufweisen, da die parasitäre Kapazität zu einer
Verschlechterung der Messergebnisse führt.
SoundCard In 1/2 :
- Im Hinblick auf
zukünftige Erweiterungen der TickyVNA(LcMeas2) Funktionalität ist
die Zuordnung der Soundkartenanschlüsse wie folgt.
- Falls die
Soundkarte über verschieden Stereoeingänge (Line und
Mikrofon) verfügt, sollte man den "Line- Eingang"
verwenden.
- Der Mikrofon-
Eingang hat aufgrund der zusätzlichen Verstärkung in der
Regel auch einen stärker verzerrten Frequenzgang.
SoundCard Out 1/2 :
- Im Hinblick auf
zukünftige Erweiterungen der TickyVNA(LcMeas2) Funktionalität ist
der Ausgang SoundCard Out 1 (Linker Stereo Ausgang) zu verwenden.
2.3 Vierpolanalyse
2.3.1 Überblick
Neben der Bestimmung des Frequenzgangs von Impedanzen ist oftmals auch die Bestimmung der Übertragungsfunktion
sowie des Frequenzgangs von Vierpolen (Zweitoren) notwendig.
Als Beispiel sei hier die Bestimmung des Frequenzgangs von Audioverstärkern oder Filtern genannt.
Typische Messgrößen sind:
- Betragsfrequenzgang (Betragsgang)
- Phasenfrequenzgang (Phasengang)
- Phasenlaufzeit
- Gruppenlaufzeit
- Impulsantwort
- Sprungantwort
2.3.2 Messprinzip
Basis des Messprinzips ist die gleichzeitige Spannungsmessung an Eingang und Ausgang des Vierpols
unter Einspeisung eines Rauschsignals, welches die zu messenden Frequenzanteile beinhaltet.
Die folgende Darstellung illustriert das Vierpol Messprinzip.

Abbildung 3 - Messprinzip Vierpolmessung
Vierpol ( G(f) ):
- Vierpol ist das Messobjekt.
- Aus theoretischer Sicht ist es durch seine komplexe Übertragungsfunktion G(f)
charakterisiert
Die Beschreibung der anderen Komponenten (G, S1, …) entspricht der Beschreibung von
Kapitel 2.2.2.
2.3.3 Hardware und Verschaltung
Außer dem Anschlusskabel zur Soundkarte ist ggf. noch ein Schalter erforderlich.
Die folgende Abbildung zeigt die Schaltung

Abbildung 4 – Beschaltung TickyVNA (LcMeas2) für Vierpolmessung
Achtung !!
Vorsicht ist geboten, damit die Soundkarte nicht beschädigt wird. Siehe Hinweise
Kapitel 2.2.3
SoundCard In 1/2 :
- Im Hinblick auf zukünftige Erweiterungen der TickyVNA (LcMeas2) Funktionalität
ist die Zuordnung der Soundkartenanschlüsse wie folgt.
- SoundCard In 1 = Linker Stereo Eingang.
Diese ist der Referenzeingang der direkt mit der
Signalquelle (SoundCard Out 1) und mit dem Eingang des Messobjektes
(Device Under Test DUT) zu verbinden ist.
- SoundCard In 2 = Rechter Stereo Eingang.
Diese ist der Messeingang der mit dem Ausgang des Messobjekts (DUT)
zu verbinden ist.
- Falls die Soundkarte über verschieden Stereoeingänge (Line und Mikrofon) verfügt,
sollte man den "Line- Eingang" verwenden.
- Der Mikrofon- Eingang hat aufgrund der zusätzlichen Verstärkung
in der Regel auch einen stärker verzerrten Frequenzgang.
SoundCard Out 1/2 :
- Im Hinblick auf zukünftige Erweiterungen der TickyVNA (LcMeas2) Funktionalität
ist der Ausgang SoundCard Out 1 (Linker Stereo Ausgang) zu verwenden.
3 Messfehler und Kalibrierung
Überblick:
Grundlage des
Messverfahrens ist die synchrone, amplituden- und phasenrichtige
Signalerfassung über zwei Kanäle. Theoretisch sollten die
beiden Kanäle identisch sein. In der Praxis und insbesondere bei
der Signalerfassung mittels Soundkarte ist dies jedoch nicht oder nur
bedingt der Fall, was zu Einbußen in der Genauigkeit führt.
Die Unterschiede der
Kanäle sind zum einen durch das System (Hardware, Messaufbau,
Toleranzen) und zum anderen durch die Software bzw. deren fehlerhafte
Einstellung verursacht.
Zunächst sollten
die Einstellungen optimiert werden. Für die restlichen
Ungenauigkeiten kommen spezielle Kalibrierroutinen zur Anwendung,
welche die Größe vermessen und anschließend
weitestgehend kompensieren.
Generell gilt die
Aussage, dass die Genauigkeit bei der elektrischen Netzwerkanalyse
stets auch eine Frage der Qualität der Kalibrierung ist. Je
veränderlicher das Instrumentarium zur Messung ist, und dies
betrifft Messungen mit der Soundkarte im besonderen Maße, desto
mehr und öfter muss kalibriert werden.
Störsignale:
- Das Stimulussignal
hat besondere Eigenschaften, auf die der Messalgorithmus aufsetzt.
Zusätzliche Signale führen zu einer Verschlechterung der
Messgenauigkeit.
- Einstellungsfehler:
- Soundeffekte,
z.B. für bestimmte Systemereignisse, müssen deaktiviert
sein.
- Beim Audio
-Mischer müssen alle Signalquellen außer Wave
deaktiviert sein.
- Andere
Wave-Quellen (z.B. CD Player) müssen ausgeschaltet sein.
Gain Imbalance:
- Die beiden Kanäle
der Soundkarte haben eine unterschiedliche Verstärkung.
- System Ursachen :
- Schaltungstechnische
Toleranzen in der Soundkarten Hardware.
Größenordnung
des Verstärkungsunterschiedes bis zu 2%.
- Einstellungsfehler:
- Falsche
Einstellung des Line-In Balance Reglers.
Dieser muss exakt
mittig eingestellt werden.
- Aktive Equalizer.
Die Treibersoftware moderner Soundkarten bietet oftmals
Möglichkeiten das Klangbild zu beeinflussen. Diese
Soundeffekte sind allerdings meist nur auf das SoundCard Out Signal
angewendet. Allerdings führen sie zu einer Verschlechterung
der speziellen Stimulussignals und sollten deshalb deaktiviert
werden.
- Zu hohe Line In
Verstärkung.
Der Line In Verstärkungsregler sollte so
minimal wie möglich eingestellt werden, da durch die
Verstärkung die systembedingte Imbalance ggf. vervielfacht
wird. Man sollte besser den Pegel des Ausgangssignals
(Stimulusssignal) erhöhen, und die Verstärkung des
Line-In Eingangs so niedrig wie möglich belassen.
- Systemkompensation erfolgt durch "Direct-Cal"
Phase Imbalance:
- Die beiden Kanäle
der Soundkarte drehen die Phase des Eingangssignals unterschiedlich
bzw. weisen unterschiedliche Signallaufzeiten auf.
- System Ursachen :
- Schaltungstechnische Toleranzen in der Soundkarten Hardware.
- Qualitativ minderwertige Firmware.
- Einstellungsfehler:
- Zu hohe Line In
Verstärkung.
Der Line In Verstärkungsregler sollte so
minimal wie möglich eingestellt werden, da sich durch höhere
Verstärkung auch die Phasendrehung (und somit der
Phasenunterschied) vergrößert.
- Systemkompensation erfolgt durch "Direct-Cal"
Einganswiderstand:
- Da die
Eingangsimpedanz der Soundkarte systembedingt dem Messobjekt
parallel geschaltet ist, führt dieser zu einem Messfehler. Die
Eingangsimpedanz hat insbesondere Bedeutung, wenn betragsmäßig
große Impedanzen (große Induktivitäten oder kleine
Kapazitäten) vermessen werden.
- Größenordnungsmäßig
ist der Wirkanteil der Eingangsimpedanz 5..50 kOhm.
Der
Bildanteil ist meist kapazitiv (u.a hervorgerufen durch das
Messkabel)
in der Größenordnung 200..600pF.
- Vorteilhaft wäre
ein maximal großer und rein reeller Eingangswiderstand.
- Systemkompensation erfolgt durch "Open-Cal"
Induktivität und Klemmwiderstand:
- Das Kabel und die
Verbindung des Messobjektes hat eine eigene Impedanz.
- Größenordnungsmäßig
ist der Wirkanteil 0.1 Ohm.
- Der Blindanteil
ist induktiv und kann wenige microH betragen.
- Die dadurch
hervorgerufenen Messfehler sind klein und haben nur Bedeutung, wenn
betragsmäßig kleine Impedanzen (kleine Induktivitäten
oder große Kapazitäten) vermessen werden.
- Systemkompensation
erfolgt durch "Short-Cal"
Referenzwiderstand R_Ref:
- Der
Referenzwiderstand sollte keine Blindkomponenten (Induktivität)
aufweisen.
- Es erfolgt keine
Kalibrierung bzw. Kompensation
Veränderung der Betriebspannung bzw. der Temperatur der Soundkarte:
- Die Auflösung
des Algorithmus ist so hoch, dass bei feineren Messungen sogar die
Veränderung der Betriebspannung und der Temperatur der
Soundkarte Einfluss nimmt.
- Dem kann nur durch
regelmäßige Widerholung Kalibierroutinen entgegengewirkt
werden.
4 Programm TickyVNA (LcMeas2)
4.1 Überblick
Grafisches User
Interface sowie die Messalgorithmen sind im Programm "TickyVNA (LcMeas2)"
enthalten.
Programmfenster:
Das Programm TickyVNA (LcMeas2) besteht aus mehreren Fenstern:
- dem Hauptfenster "LcMeas 2"
- zur Auswahl der Applikation
- zur Auswahl der
Settings sowie zur Anzeige verschiedener Ergebnisse
- dem Plotfenstern
"LcMeas2 – TickyPlot"
- zur graphischen
Darstellung verschiedener Frequenzgänge
- dem
Plot- Control Fenster "LcMeas2 – TpCtrl"
- um Plot –
spezifische Einstellungen vorzunehmen.
- sowie Tool-Fenstern
- um Tool
–spezifische Einstellungen vorzunehmen oder Ergebnisse
darzustellen.
Generelle Strategie:
Der Grundgedanke ist,
das Programm nach Applikationen zu unterteilen.
Die jeweilig
verfügbaren Einstellmöglichkeiten sowie Ergebnisanzeigen
sind abhängig von
- der gewählten Applikation
- sowie dem gewählten Device
- der Hardware zur Datenerfassung und Stimulusgenerierung.
Die Auswahl der
Applikationen erfolgt aus der entsprechenden Liste "Applikation:".
- One Port Network (two terminal network)
- Einport-Netzwerk (Zweipol-Netzwerk)
- Two Port Network (four terminal network)
- Zweiport-Netzwerk (Vierpol-Netzwerk)
4.2 Applikation "One Port Network"
4.2.1 Überblick
Die folgende Abbildung
zeigt das Hauptfenster von TickyVNA (LcMeas2) beispielhaft für die
Applikation
" One Port Network".

Abbildung 5: Hauptfenster "One Port Network"
4.2.2 Settings
R-Ref:
- Hier wird die
Größe des Referenzwiderstandes eingegeben
- Range: 10 Ohm … 10 000 Ohm
- Kleine R-Ref
eignen sich besser für kleine Induktivitäten oder große
Kapazitäten.
- Große R-Ref
eignen sich besser für große Induktivitäten oder
kleine Kapazitäten.
- Große R-Ref
sind bei Verwendung eines zusätzlichen, hochohmigen Eingangsverstärkers sinnvoll.
- Default: 100 Ohm
- hat sich als guter Kompromiss erwiesen.
- Bei Verwendung des Eingangsverstärkers (siehe Kapitel 5.1) kann man auch größere
Widerstandswerte für R-Ref (z.B. 10 kohm) benutzen.
fSample:
- Hier kann die
Abtastfrequenz ausgewählt werden, mit der das Device die
Messdaten aufnimmt.
- Mit
der Abtastfrequenz ist auch die Analysebandbreite
( 0.4 * fsample) festgelegt.
- Im Fall der
Soundkarte ist selbständig darauf zu achten, ob die jeweilige
Soundkarte auch wirklich die Messbandbreite unterstützt.
- Dies lässt
sich am Plot: "Aux2" erkennen. Ist die gewählte
Bandbreite größer als die, welche die Soundkarte
unterstützt, ergibt sich außerhalb der unterstützten
Bandbreite ein rauschähnliches Bild.
Abbildung 6
Resolution:
- Hier wird die
Anzahl der Frequenzstützpunkte eingestellt, für welche die
Analyse innerhalb der Analysebandbreite durchgeführt wird.
- Höhere
Auflösung ist vorteilhaft für die Analyse von steilen
Frequenzgängen und deren Darstellung, wie z.B. von
Schwingkreisen.
- Niedrigere
Auflösung ist vorteilhaft für die Genauigkeit der
einzelnen Messpunkte oder auch für die Genauigkeit bei der
Bestimmung von Bauteilen (R,L,C).
Meas Time:
- Hier kann man
zwischen verschiedenen Messzeiten (Beobachtungszeiten) wählen.
- Bei längeren
Beobachtungszeiten erhöht sich die Messgenauigkeit.
f_Start / f_Stop:
-
Diese beiden Angaben ermöglichen es sowohl Messung als auch graphische Darstellung
auf einen bestimmten Bereich der Analysebandbreite einzuschränken.
-
Dies ist hilfreich, um die Messgenauigkeit für einen ganz bestimmten Messbereich zu erhöhen.
-
Beispielsweise wählt man bei der Messung von kleinen Kapazitäten besser einen Bereich
mit höheren Frequenzen aus, da die zu bestimmende Impedanz für kleine Frequenzen erwartungsgemäß
extrem hohe Werte annimmt.
Res-Avg (Result Average):
- Hier kann man die Anzahl der Mittelungen für die Messergebnisse auswählen.
- Im Auto-RLC und Auto-LC ist Vorsicht geboten, weil Serien und Parallelschaltung
(z.B. Ls-Rs versus Lp-Rp) bei ungünstigen Werteverhältnissen schwer unterscheidbar sind und
dann ggf. verschiedene Ergebnisse (Rs und Rp) gemittelt werden.
4.2.3 Auswahl der Analyse
Application:
- Hier kann die
Applikation ausgewählt werden.
-
In diesem Fall 1 port network
Measurments:
- Hier kann zwischen
verschiedenen Messungen ausgewählt werden.
- None:
- wenn keine
spezielle Messung benötigt wird.
- Dies kann der
Fall sein, wenn man sich ausschließlich für die
Graphische Darstellung von Frequenzgängen interessiert.
- Auto-RLC:
- Der
Messalgorithmus versucht selbständig herauszufinden, welche
Komponenten wie zusammengeschaltet sind.
- Serienschaltung L und R (Ls-Rs)
- Serienschaltung C und R (Cs-Rs)
- Parallelschaltung L und R (Lp-Rp)
- Parallelschaltung C und R (Cp-Rp)
- L,C(s,p)-R(s,p)
- Dem
Messalgorithmus wird Komponentenzusammenschaltung vorgegeben, so
dass nur die entsprechenden Werte zu bestimmen sind.
- Simple Auto-LC:
- Skalare (betragsmäßige) Bestimmung der Blindkomponente.
- Der Messalgorithmus versucht selbständig festzustellen,ob eine Induktivität oder
Kapazität angeschlossen ist.
Plots:
- Auswahl der graphischen Darstellung.
- None:
- wenn keine
graphische Darstellung benötigt wird.
- Mag / Phase:
- Betrag und Phase der Impedanz "Z"
- Mag:
- Nur der Betrag
der Impedanz "Z".
- Im Split Screen
Mode kann man sich beispielsweise verschieden Bereiche des Betrages
gleichzeitig anschauen.
- Phase:
- Nur die Phase der
Impedanz "Z".
- Real / Imag:
- Real- und
Imaginäranteil (Wirk- und Blindanteil) der Impedanz "Z"
- Rs-Cs:
- Wirk- und
Blindanteil als Widerstand und Kapazität unter der Annahme,
dass Widerstand und Kapazität in Serie geschaltet sind.
- Rs-Ls:
- Wirk- und
Blindanteil als Widerstand und Induktivität unter der
Annahme, dass Widerstand und Induktivität in Serie geschaltet
sind.
- Rp-Cp:
- Wirk- und
Blindanteil als Widerstand und Kapazität unter der Annahme,
dass Widerstand und Kapazität parallel geschaltet sind.
- Rp-Lp:
- Wirk- und
Blindanteil als Widerstand und Induktivität unter der
Annahme, dass Widerstand und Induktivität parallel geschaltet
sind.
- Aux1:
- Betrag der Übertragungsfunktionen
- Von
Interesse, wenn man die Richtigkeit der Beschaltung und
Verbindungen zur Soundkarte gemäß Kapitel 2.2.3
prüfen will. Bei offenen Eingang (kein "Z"
angeschlossen) sollten die Beträge fast gleich groß
sein. Bei kurzgeschlossenen Eingang ("Z" nahezu 0 Ohm)
sollte G2 sehr klein gegenüber G1 sein. Anderenfalls sind
möglicherweise die Eingänge der Soundkarte (linker Kanal
und rechter Kanal) fälschlicherweise vertauscht.
- Aux2:
- Betrag und Phase
des Quotienten der Übertragungsfunktionen G2(f) / G1(f)
- Dies
ist von Interesse für die Beurteilung der verfügbaren
Bandbreite der Soundkarte (siehe -->
fSample).
- Wenn
der Schalter "S1" geschlossen ist, sollte abs(G2/G1) nahe
1 sein. (siehe -->
Gain Imbalance). Nach der Durchführung der "DirectCal"
Kalibrierung sollte abs(G2/G1) noch näher an 1 liegen als
zuvor.
- Ferner sollte bei
geschlossenen Schalter "S1" die phase(G2/G1) nahe 0 sein.
Nach der Durchführung der "DirectCal" Kalibrierung
sollte phase(G2/G1) noch näher an 0 liegen als zuvor.
4.2.4 Action Buttons
Start/Stop:
- Zum
starten/stoppen der Messung
- Die meisten
Settings können nur im gestoppten Zustand verändert
werden.
- Die Kalibrierungen
sind nur im gestarteten Zustand möglich.
Direct Cal:
- Wen
der Button gedrückt wird, wird die Kalibrierung bei
geschlossenen Schalter "S1" (siehe -->
Schalter S1) durchgeführt.
- Dies
dient der Vermessung und Kompensation von Gain- und Phase-
Imbalance.
(siehe -->
Kapitel 3)
- Diese Kalibrierung
sollte nach jedem Neustart des Programms, sowie bei Änderungen
der Sound Regler (z.B. Line-In) und bei Änderung der meisten
Settings (Button ändert zum Hinweis die Farbe) durchgeführt
werden.
Open-Cal:
- Wenn
der Button gedrückt wird, wird die Kalibrierung bei offenen
Messanschlüssen durchgeführt. Das heißt an den
Anschlüssen A, B gemäß Abbildung 2
ist nichts angeschlossen.
- Diese Kalibrierung
sollte nach jedem Neustart des Programms, sowie bei Veränderung
an der Messleitung und bei Änderung der meisten Settings
(Button ändert zum Hinweis die Farbe) durchgeführt werden.
- Bei sehr genauen
Messungen (z.B. sehr kleine Kapazitäten von wenigen pF), ist
es vorteilhaft diese Kalibrierung unmittelbar vor der gewünschten
Messung zu wiederholen.
- Vor "Open-Cal"
sollte "Direct-Cal" durchgeführt worden sein.
Short-Cal:
- Wenn
der Button gedrückt wird, wird die Kalibrierung bei
kurzgeschlossenen Messanschlüssen durchgeführt. Das heißt
die Anschlüsse A, B gemäß Abbildung 2
werden direkt miteinander verbunden.
- Diese Kalibrierung
sollte nach jedem Neustart des Programms, sowie bei Veränderung
an der Messleitung und bei Änderung der meisten Settings
(Button ändert zum Hinweis die Farbe) durchgeführt werden.
- Bei sehr genauen
Messungen (z.B. sehr kleine Induktivitäten ) ist es
vorteilhaft diese Kalibrierung unmittelbar vor der gewünschten
Messung zu wiederholen.
- Vor "Short-Cal"
sollte "Open-Cal" durchgeführt worden sein.
- Short-Cal ist
weniger relevant für die Messgenauigkeit als die beiden anderen
Kalibrierungen. Sie ist wird dann wichtig, wenn der Betrag von "Z"
erwartungsgemäß sehr klein ist.
4.2.5 Ergebnisse und Anzeigen
Level1:
Zur Optimierung der
Genauigkeit ist es wichtig, dass die Soundkarteneingänge gut
ausgesteuert sind.
Die "Level1-Anzeige"
dient der Einstellung einer optimalen Aussteuerung.
"Level1" ist der numerische Wert für die effektive Aussteuerung des Eingangs "SoundCard In1".
- Dieser Wert sollte im Bereich 0.5 … 0.08 sein.
- Außerhalb dieses Bereiches wird die Anzeige des Wertes rot markiert. Die Messgenauigkeit
verringert sich.
Am Soundkarteneingang sollte man den Line-Eingang (also nicht den
Mikrofoneingang) benutzen und nur eine möglichst geringe
Verstärkung einstellen.
Die Balance muss mittig stehen.
Siehe -->Abbildung 7

Abbildung 7: Einstellung Soundkarteneingang
Dann kann man die
Lautstärke für den Soundkartenausgang so einstellen, dass
die Levelanzeige im "gewünschten Bereich" steht. Dies
sollte sowohl bei "offenen Messanschlüssen" als auch
bei "kurzgeschlossenen Messanschlüssen" der Fall sein.

Abbildung 8: Einstellungen Soundkartenausgang
L-Ratio:
Level Ratio ist ein numerische Wert, der das Verhältnis der Aussteuerung "SoundCard In2" zu
"SoundCard In1" angibt. L-Ratio ist ein Maß dafür, wie gut der verwendete Referenzwiderstand R-Ref
zur Messimpedanz Z passt. Der Wertebereich ist 1…0. Für Z = R ergibt sich der optimale Werte
L-Ratio = 0.5. Dies ist in der Praxis nur selten erreichbar. Es gilt:
- Für sehr kleine Z wird L-Ratio auch kleiner.
- Die Messgenauigkeit verringert sich je weiter L-Ratio unter dem optimalen Wert 0.5 liegt.
- Bei großen Abweichungen vom Optimum wird die Anzeige für L-Ratio rot markiert.
Dies bedeutet, dass mit einer verringerten Messgenauigkeit zu rechnen ist.
- Für sehr große Z wird L-Ratio auch größer. Der Wert konvergiert gegen 1
- Die Messgenauigkeit verringert sich je weiter L-Ratio über dem optimalen Wert 0.5 liegt.
- Bei großen Abweichungen vom Optimum wird die Anzeige für L-Ratio rot markiert.
Dies bedeutet, dass mit einer verringerten Messgenauigkeit zu rechnen ist.
- Der Range für gute Messergebnisse ist etwa 0.99 > L-Ratio > 0.01
- Hinweis:
- Wenn kein Messobjekt angeschlossen ist bzw. während der Kalibrierung, nimmt L-Ratio
extreme Werte an und ist dadurch rot markiert.
Results:
Als Ergebnis werden
Impedanztyp und Werte für Widerstand und Induktivität bzw.
Kapazität angezeigt. Die Software unterstützt anzeigemäßig
folgende Messbereiche:
- Induktivität:
- Kapazität:
- Widerstand
- Hinweise:
- Große Werte
sind in aller Regel frequenzabhängig. Die Anzeige liefert in
diesem Fall einen Wert, der über die Messbandbreite den
geringsten quadratischen Fehler aufweist. Die graphischen
Darstellungen ermöglichen es jedoch, den bei der jeweiligen
Frequenz wirksamen Wert zu beurteilen.
4.2.6 Fenster Menüs
File:
- Exit:
- About:
- Allgemeine
Infobox u.a. zur Angabe der Version
- Export:
- Ermöglicht
es das Hauptfenster als *.emf – Bild abzuspeichern.
- Copy:
- Ermöglicht
es das Hauptfenster als Bild in die Zwischenablage zu kopieren.
- Save Settings:
- Ermöglicht
es, die aktuellen Settings inklusive des aktuellen Messdatensatzes
abzuspeichern.
- Load Settings:
- Ermöglicht
es, eine zuvor mittels "Save Settings" abgespeicherte
Session zu laden.
Device:
- SoundCard:
- Select SoundCard:
- zur Auswahl der zu benutzenden Soundkarte
- Volume-Rx
- zum Einstellen
der Aufnahmeempfindlichkeit
- Dazu wird
"sndvol32.exe – r" aufgerufen.
Achtung "sndvol32.exe"ist nur bis Windows-XP verfügbar.
- Volume-Tx:
- zum Einstellen des Wiedergabepegels
- Dazu wird "sndvol32.exe " aufgerufen.
- Achtung, "sndvol32.exe " ist nur bis Windows-XP verfügbar.
- andere Devices
- in dieser Version nicht verfügbar.
Tools:
- Siehe -->
Kapitel 4.4
- Service:
- Nur für Debugging Zwecke aktiviert
4.3 Applikation Two Port Network
4.3.1 Überblick
Die folgende Abbildung zeigt das Hauptfenster von TickyVNA (LcMeas2) beispielhaft für die Applikation
Two Port Network.
Abbildung 9: Hauptfenster Two Port Network
4.3.2 Settings
fSample:
- Hier kann die Abtastfrequenz ausgewählt werden, mit der das Device die Messdaten aufnimmt.
- Siehe -->
Kapitel 4.2.2
Resolution:
- Hier wird die Anzahl der Frequenzstützpunkte eingestellt,
für welche die Analyse innerhalb der Analysebandbreite durchgeführt wird.
- Siehe auch -->
Kapitel 4.2.2
Meas Time:
- Hier kann man zwischen verschiedenen Messzeiten (Beobachtungszeiten) wählen.
- Bei längeren Beobachtungszeiten erhöht sich die Messgenauigkeit.
f_Start / f_Stop:
- Diese beiden Angaben ermöglichen es sowohl Messung als auch graphische Darstellung
auf einen bestimmten Bereich der Analysebandbreite einzuschränken.
Siehe auch -->
Kapitel 4.2.2
4.3.3 Auswahl der Analyse
Application:
- Hier kann die Applikation ausgewählt werden.
- In diesem Fall "2 port network"
Measurments:
- Hier kann zwischen verschiedenen Messungen ausgewählt werden.
- None:
- wenn keine spezielle Messung benötigt wird.
- Dies kann der Fall sein, wenn man sich ausschließlich für die graphische Darstellung
von Frequenzgängen interessiert.
- Grp / Phs -Delay:
- Messung der Gruppenlaufzeit und der Phasenlaufzeit
Plots:
- Auswahl der graphischen Darstellung.
- None:
- wenn keine graphische Darstellung benötigt wird.
- Mag / Phase:
- Betrag und Phase der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Mag:
- Nur der Betrag der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Im Split Screen Mode kann man sich beispielsweise verschieden Bereiche des Betrages gleichzeitig anschauen.
- Phase:
- Nur der Phase der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Real / Imag:
- Real- und Imaginäranteil der Übertragungsfunktion des Messobjektes
- Mag / Grpd:
- Betrag und Gruppenlaufzeit der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Grpd / Phsd:
- Gruppenlaufzeit und Phasenlaufzeit der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Phase / Grpd:
- Phase und Gruppenlaufzeit der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Pls / Stp -Rsp:
- Impulsantwort (Pulse Response) und Sprungantwort (Step Response) des Messobjektes.
4.3.4 Action Buttons
Start /Stop:
Direct Cal:
- Wen der Button gedrückt wird, wird die Kalibrierung bei geschlossenen Schalter "S1" durchgeführt.
- Dies dient der Vermessung und Kompensation von Gain- und Phase- Imbalance.
(siehe -->
Kapitel 3)
- Siehe auch -->
Kapitel 4.2.4
Open-Cal:
- Wenn der Button gedrückt wird, wird die Kalibrierung bei offenen Messanschlüssen durchgeführt. Das heißt an den Anschlüssen A, B gemäß Abbildung 4 ist nichts angeschlossen.
- Siehe auch -->
Kapitel 4.2.4
- Achtung !
Bei Vierpolmessungen sollte Open-Cal nur durchgeführt werden,
wenn das Messobjekt erwartungsgemäß eine hohe Dämpfung aufweist,
denn genau in diesem Fall ist es wichtig das Übersprechen zwischen den Kanälen
(sei es innerhalb oder außerhalb der Soundkarte) herauszukalibrieren.
Bei Gruppenlaufzeitmessungen, insbesondere bei sehr kleinen Gruppenlaufzeiten)
ist besser von einer Open-Cal Kalibrierung abzusehen.
4.3.5 Ergebnisse und Anzeigen
Level:
Siehe
-->
Kapitel 4.2.5
Quality:
- Liefert eine Aussage über die Qualität der Messung.
- Diese Anzeige ist noch im experimentellen Stadium.
Anhand verschiedener algorithmeninterner Parameter wird eine Aussage hinsichtlich
der Zuverlässigkeit des Ergebnisses getroffen.
- Die Zuverlässigkeit wird u.a. klein, wenn die Schwankungsbreite der Ergebnisse groß ist.
Results:
- GrpD / PhsD:
- 0 … (0.5*Resolution / f_Sample)
- Ms, µs, ns
4.3.6 Fenster Menüs
Siehe -->
Kapitel 4.2.6
4.4 Applikation One Port Single Frequency
4.4.1 Überblick
Die folgende Abbildung zeigt das Hauptfenster von TickyVNA (LcMeas2) beispielhaft für die Applikation
One Port Single Frequency.
Im Unterschied zur One Port Network Messung wird nur auf einer Frequenz gemessen. Dies erhöht
die Messgenauigkeit der zu bestimmenden Messgrößen für diese eine Frequenz.
Die Frequenz ist dabei im Rahmen der Möglichkeiten des Device frei wählbar.
Abbildung 10: Hauptfenster One Port Single Frequenz
4.4.2 Settings
R-Ref:
f Gen:
- Dies dient der Einstellung der Messfrequenz.
f Meas:
- Dieses Feld zeigt die Frequenz an, welche gemessen wurde.
- Die Intention dieses Ergebnisfeldes ist es, nach Bedarf einen externen Generator (anstatt des
Ausgangs der Soundkarte) als Signalquelle zu verwenden. Dies macht insbesondere dann Sinn,
wenn als Device anstatt der Soundkarte ein anderes Gerät zur Datenerfassung (beispielsweise
ein Oszilloskop), gewählt wurde.
PlotTime:
- Sofern ein Plot aktiviert wurde ("Plots"), kann mit diesem Feld ausgewählt werden, welchen
Zeitraum das Plotfenster visualisiert.
- Siehe -->
Kapitel 4.4.5
Meas Time:
- Hier kann man zwischen verschiedenen Messzeiten (Beobachtungszeiten) wählen.
- Bei längeren Beobachtungszeiten erhöht sich die Messgenauigkeit.
4.4.3 Auswahl der Analyse
Application:
- Hier kann die Applikation ausgewählt werden.
- In diesem Fall One Port Single Frequency
Measurments:
- Hier kann zwischen verschiedenen Messungen ausgewählt werden.
- Siehe -->
Kapitel 4.2.3
Im Unterschied zur "One Port Network" Messung ist eine für One Port Single Frequency keine
Auto RLC-Messung möglich. Dies liegt daran, dass es nicht möglich ist anhand einer einzigen
Messfrequenz die RLC Kombination automatisch zu bestimmen.
- Real / Imag:
- Realanteil (Wirkwiderstand) und Imaginäranteil (Blindwiderstand) der gemessenen
Impedanz
- Mag / Phase:
- Betrag und Phase der gemessenen Impedanz.
Plots:
- Auswahl der graphischen Darstellung.
- Im Unterschied zur One Port Network Messung erfolgt die Darstellung bei One Port Single Frequency als Messwert versus Time.
- Siehe -->
Kapitel 4.2.3
4.4.4Action Buttons
Siehe -->
Kapitel 4.2.4
4.4.5 Ergebnisse und Anzeigen
Level:
Siehe -->
Kapitel 4.2.5
Quality:
- Die Anzeige der Qualität ist bei One Port Single Frequency nicht aktiv.
Results:
- Die Ergebnisse werden entsprechend der Auswahl Measurements angezeigt
- Resolution
4.4.6 Fenster Menüs
Siehe -->
Kapitel 4.2.6
4.5 Applikation Two Port Single Frequency
4.5.1 Überblick
Die folgende Abbildung zeigt das Hauptfenster von TickyVNA (LcMeas2) beispielhaft für die Applikation Two Port Single Frequency.
Im Unterschied zur Two Port Network Messung wird nur auf einer Frequenz gemessen.
Dies erhöht die Messgenauigkeit der zu bestimmenden Messgrößen für diese eine Frequenz.
Die Frequenz ist dabei im Rahmen der Möglichkeiten des Device frei wählbar.
Abbildung 11: Hauptfenster Two Port Single Frequenz
4.5.2 Settings
Siehe -->
Kapitel 4.4.2
4.5.3 Auswahl der Analyse
Application:
- Hier kann die Applikation ausgewählt werden.
- In diesem Fall Two Port Single Frequency
Measurments:
- Hier kann zwischen verschiedenen Messungen ausgewählt werden.
- None:
- wenn keine spezielle Messung benötigt wird..
- Mag / Phs:
- Betrag und Phase der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Mag Lin/dB:
- Nur der Betrag der Übertragungsfunktion des Messobjektes linear und in dB.
- Phs / Phs-Delay
- Phase und Phasenlaufzeit Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Real / Imag
- Real- und Imaginärwert der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
Plots:
- Auswahl der graphischen Darstellung.
- Im Unterschied zur Two Port Network Messung erfolgt die Darstellung bei
Two Port Single Frequency als Messwert versus Time.
- Mag / Phase:
- Betrag und Phase der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Mag:
- Nur der Betrag der Übertragungsfunktion des Messobjektes linear .
- Phs / PhsD
- Phase und Phasenlaufzeit Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Real / Imag
- Real- und Imaginärwert der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
- Mag / PhsD:
- Betrag und Phasenlaufzeit der Übertragungsfunktion des Messobjektes.
4.5.4 Action Buttons
Siehe -->
Kapitel 4.3.4
4.5.5 Ergebnisse und Anzeigen
Level:
Siehe -->
Kapitel 4.2.5
Quality:
- Die Anzeige der Qualität ist bei Two Port Single Frequency nicht aktiv.
Results:
- Die Ergebnisse werden entsprechend der Auswahl Measurements angezeigt
- Mag
- als linearer Wert bzw. in dB.
- GrpD / PhsD:
- 0 … (0.5*Resolution / f_Sample)
- Ms, µs, ns
4.5.6 Fenster Menüs
Siehe -->
Kapitel 4.2.6
4.6 Tools
4.6.1 CaptureTool
Das Capture Tool
ermöglicht es, Messungen sowie deren zeitlichen Bezug zu
protokollieren.
Dies ist hilfreich, wenn die Veränderung einer Impedanz erfasst werden soll.
Die Protokolldatei wird
in ASCII Format angelegt, so dass es möglich ist, diese direkt
zu lesen oder auch beispielsweise in Excel zu importieren.
Das Format soll anhand
des folgenden Beispielprotokolls beschrieben werden:
#capturing started y:m:d:h:m:s: 2010:03:14:12:20:19
Ls; 12:20:19; 9.35825; 0.9
Ls; 12:20:19; 9.35823; 0.9
Ls; 12:20:20; 9.35837; 0.9
Ls; 12:20:20; 9.35652; 1.0
Ls; 12:20:20; 9.35857; 0.9
Ls; 12:20:21; 9.35879; 0.9
Ls; 12:20:21; 9.35851; 0.9
Ls; 12:20:22; 9.35859; 0.9
Ls; 12:20:22; 9.35868; 0.9
Ls; 12:20:23; 9.35873; 0.9
Ls; 12:20:23; 9.35875; 0.9
Ls; 12:20:24; 9.35874; 0.9
Ls; 12:20:24; 9.35868; 0.9
Ls; 12:20:25; 9.35875; 0.9
Ls; 12:20:25; 9.35880; 0.9
Ls; 12:20:26; 9.35881; 0.9
Ls; 12:20:26; 9.35887; 0.9
Ls; 12:20:27; 9.35880; 0.9
Ls; 12:20:27; 9.35859; 0.9
Ls; 12:20:28; 9.35874; 0.9
Ls; 12:20:28; 9.35871; 0.9
Ls; 12:20:29; 9.35888; 0.9
Ls; 12:20:29; 9.35888; 0.9
Ls; 12:20:30; 9.35879; 0.9
#capturing finished y:m:d:h:m:s: 2010:03:14:12:20:33
Die erste Zeile gibt an
, wann die Protokollierung gestartet wurde.
- Jahr:Monat:Tag:Stunde:Minute:Sekunde
Die darauf folgenden
Zeilen sind Messergebisse, welche durch ";" voneinander
getrennt sind.
- 1. Spalte:
- Gibt den "Meas
Type" an : Ls, Lp, Cs, Cp
- 2. Spalte:
- Gibt die Uhrzeit
an: Stunde:Minute:Sekunde
- 3. Spalte:
- Gibt den Impedanzwert an.
- Im Fall
Induktivität (Ls, Lp) ist die Einheit "mH"
- Im Fall Kapazität
(Cs, Cp) ist die Einheit "nF"
- Bemerkung:
Bei
unzureichender Kalibrierung oder sehr kleinen Werten können
hier (momentan) auch negative Werte auftauchen. Negative Werte
sind als ungültig zu betrachten.
- 4. Spalte:
- Gibt den Resistanzwert an
- Serienwiderstand im Fall Ls oder Cs
- Parallelwiderstand im Fall Lp oder Cp
- Die Einheit ist "Ohm"
Die letzte Zeile gibt
an , wann die Protokollierung beendet wurde.
- Jahr:Monat:Tag:Stunde:Minute:Sekunde
4.6.2 Coupling Estimation
Coupling Estimation ist
ein Tool zur Berechnung des Koppelfaktors zwei gekoppelter
Induktivitäten, wie z.B. bei einem Transformator. Die Grundidee
basiert auf dem Zusammenhang zwischen Leerlauf- und
Kurzschlussinduktivität in einem System gekoppelter
Induktivitäten.
Die Leerlaufinduktivität bezeichnet dabei die gemessenen
Induktivität Lopen
einer der beiden (oder auch vielen) Spulen, während die zweite
Spule nicht beschaltet ist und sich gewissermaßen im Leerlauf
befindet.
Die Kurzschlussinduktivität bezeichnet die gemessene Induktivität
Lshort der Spule (die, für welche zuvor
die Leerlaufinduktivität vermessen wurde) , während die
zweite Spule kurzgeschlossen wird.
Es sind folglich zwei Messungen notwendig eine zur Bestimmung von Lopen
und eine zur Bestimmung von Lshort. Im Übrigen gilt stets die
Relation Lopen>= Lshort.
Ohne weiter Herleitung
ergibt sich der Koppelfaktor zu:

Abbildung 12 zeigt das Coupling Fenster für einen typischen Fall.

Abbildung 12: Coupling Estimation Tool
L-Open:
- Durch Betätigen
dieses Buttons wird der aktuelle Induktivitätsmesswert in die
L-Open Eingabezeile übernommen.
- Die L-Open
Eingabezeile kann auch händisch gesetzt werden.
L-Short:
- Durch Betätigen
dieses Buttons wird der aktuelle Induktivitätsmesswert in die
L-Short Eingabezeile übernommen.
- Die L-Short
Eingabezeile kann auch händisch gesetzt werden.
Coupling:
- Gibt als Ergebnis
den berechneten Koppelfaktor an.
- Es
ist auch möglich, den Koppelfaktor händisch zu setzen.
Dies ist beispielsweise hilfreich, wenn man einen bestimmten
Koppelfaktor erreichen will und bestimmungsgemäß den zu
erwartenden Lshort –
Wert in Erfahrung bringen möchte.
4.7 Tickyplot
Tickyplot ist der
Anteil des Programms, welcher für das Handling der graphischen
Darstellung (Kurvendarstellung) der Applikationen verantwortlich ist.
Der Programmteil soll auch in anderen Projekten Anwendung finden und
wird sich deshalb ggf. unabhängig weiterentwickeln.
Die Bedienung ist mehr
oder weniger intuitiv. Deshalb soll hier nur kurz auf die
Grundeigenschaften sowie auf die besonderen, nicht sofort erkennbaren
Eigenschaften eingegangen werden.
Tickyplot besteht aus
zwei Fenstern, dem eigentlichen Plotfenster (TickyPlot) und dem
Plot-Kontrollfenster (TpCtrl).
Das Plotfenster kann in seiner
Größe verändert werden. Das Kontrollfenster hingegen
ist fix.
Prinzipiell ist die Darstellung von zwei Kurven möglich.
Diese sind entweder in getrennten Diagrammen (SplitScreen) oder
(sofern die Messgrößen in ihrer Einheit kompatibel sind)
in einem Diagramm dargestellt (FullScreen). Für jede der Kurven
ist es möglich, einen "Snapshot" durchzuführen.
Die Sichtbarkeit der Traces lässt sich über die zugehörigen
Kontextmenüs kontrollieren.

Abbildung 13: TickyPlot Kontrollfenster
Über die
Eingabefelder, kann der Darstellungsbereich festgelegt werden
(beispielsweise 0..10kHz; 120..122 Ohm). Der darüber liegende
Button kann aber auch zum Auslösen der Autoscale-Funktion
gedrückt werden.
Im Cursor –
Bereich kann man die Mausfunktion im Plotfenster wählen:
- C1: Mausklick im Plotbereich setzt Cursor 1
- C2: Mausklick im Plotbereich setzt Cursor 2
- usw.
- Zoom:
- Die linke
Maustaste kann im Plotbereich zur Auswahl eines zu zoomenden
Teilbereichs verwendet werden.
- Die rechte
Maustaste setzt den Zoom wieder zurück.
- Der klein
"Radiobutton" (oberhalb von C1:) kann verwendet werden, um
die Cursor1 mit Cursor3 und
Cursor2 mit Cursor4 X-Achsen mäßig
miteinander zu verbinden.
- Die Zeile "dC:"
zeigt die Differenz der zusammengehörigen Cursor an.
Im Kopfmenü des
Tickyplot- Kontrollfensters sind weitere Funktionen verfügbar.
- Farbauswahl der Traces
- Linienform der Traces
- Trace Funktionen:
- Clear Write (neue
Messergebnisse , neue Kurvendarstellung)
- Average
(Mittelung aufeinander folgender Messergebnisse)
- Min-Hold (Minimum
aufeinander folgender Messergebnisse wird dargestellt)
- Max-Hold (Maximum
aufeinander folgender Ergebnisse wird dargestellt)
- Wechsel zwischen
"SplitScreen" und "FullScreen" (sofern es die
Messgrößen in ihrer Einheit kompatibel sind.
- Copy (in die Zwischenablage)
- Export (in *.emf-File)
4.8 Messbeispiele
4.8.1 Beispiel 1- Messung von Induktivität mit Reihenwiderstand::
Für dieses
Beispiel wurde eine Induktivität mit einem Widerstand in Reihe
geschaltet.
Einzelmesswerte mit Standardmessgeräten:
- Widerstand einzeln
mit Ohmmeter: 121.3ohm
- Induktivität
einzeln (gemessen mit Escord ELC-131D bei 1kHz): 218.7 microH
- Induktivität
mit Widerstand in Reihe (gemessen mit Escord ELC-131D bei 1kHz):
210.1 microH
Messung mit TickyVNA (LcMeas2 Version 2.3) (Auto RLC):

Abbildung 14: Messbeispiel1 Hauptfenster

Abbildung 15: Messbeispiel1 Plotfenster (Rs-Ls)
Bemerkung:
Der
Reihenwiderstand führt bei Verwendung eines Standardmessgerätes
zu einer wesentlichen Verfälschung des Induktivitätswertes.
TickyVNA (LcMeas2) hingegen kann Blind- und Wirkanteil trennen.
4.8.2 Beispiel 2- Messung an einem Netztrafo:
Für dieses
Beispiel wurde ein Netztrafo (prim. 220V, sec.12V) primärseitig
bei offener Sekundärseite vermessen.
Messwerte mit Standardmessgeräten:
- Widerstand mit Ohmmeter: 0.6ohm
- Induktivität
(gemessen mit Escord ELC-131D bei 1kHz): 14.8 mH
- Induktivität
(gemessen mit Escord ELC-131D bei 120Hz): 17.16 mH
Messergebnisse mit TickyVNA (LcMeas2 Version 2.3) (Auto RLC):

Abbildung 16: Messbeispiel2 Hauptfenster

Abbildung 17: Messbeispiel 2 Plotfenster (Betrag-Phase)

Abbildung 18: Messbeispiel2 Plotfenster (Rs-Ls)
Zunächst erscheint
es so, als wären die Ergebnisse im Hauptfenster vollkommen
falsch. Die "rote" Qualitätsanzeige weißt auch
darauf hin, dass der Messalgorithmus Divergenzen erkannt hat.
Schaut man sich jedoch
den Frequenzgang genauer an, kann man die Ursache für das
Ergebnis erkennen. Die Ergebnisse im Hauptfenster entsprechen den am
besten passenden Wert, bezogen auf die gesamte Messbandbreite. Wie
man aus den Plots erkennen kann, sind die elektrischen Eigenschaften
die Primärseite des Trafos nicht die einer puren Induktivität,
sondern die eines Parallelschwingkreises. Die hohe Kopplung des Trafos
(fast 1) transformiert die Windungskapazität der Sekundärseite
auf die Primärseite. Die Resonanzfrequenz (Maximum der
Amplitude, Phase = 0) liegt bei etwas 4kHz. Vor der Resonanzstelle
ist das Verhalten induktiv. Nach der Resonanzstelle ist das Verhalten
kapazitiv (Und dies über den größeren Anteil der
Messbandbreite).
Dies zweigt auch der Rs-Ls Plot. Vergleicht man
die Ls- Kurve (bei den Messfrequenzen 1kHz und 120 Hz) mit den
Ergebnissen des Standardmessgerätes kann man nahezu
Übereinstimmung feststellen.
4.8.3 Beispiel 3 - Messung Frequenzgang eines Bandpass Filters:
In diesem Beispiel wurde die Übertragungsfunktion eines einfachen LC-Bandpasses (fm ~ 8 kHz) gemessen.
Abbildung 19 - Bandpass 8 kHz
4.8.4 Beispiel 4 - Messung der Signallaufzeit durch ein Kabel:
Bei ordnungsgemäßer Kalibrierung ist es durchaus möglich
auch mit der Soundkarte Laufzeiten im Nanosekundenbereich exakt zu messen.
Dazu wurde beispielhaft eine Messung der Gruppenlaufzeit durch ein Kabel mit folgenden Eigenschaften gemessen:
- Koaxialkabel RG58 c/u
- Länge ca. 2 x 1m + etwa 10cm für Verbindungsstück (zwei Kabel a 1m),
Durchgangsabschluss und Anschluss.
Wichtig ist dabei, dass das Kabel am Ende (Anschluss B gemäß Abbildung 4)
mit einem passenden Abschluss (in diesem Fall 50 ohm Durchgangsabschluss) versehen ist.
Messung mittels TickyVNA (LCMeas2 Version 2.3):
Abbildung 20 - Laufzeitmessung durch Koaxialkabel
Rein rechnerisch hätte sich ein Laufzeit von 2.1m / (200000 km/s) = 10.5ns ergeben müssen
(RG58 hat einen Verkürzungsfaktor von 0.66 ).
Bemerkung:
Die Messung mit einer anderen Methode führte zum nahezu gleichen Ergebnis.
Ebenso halbierte sich die Laufzeit bei Verwendung nur eines 1m Kabels anstatt der Zusammenschaltung Zweier.
5 Erweiterungen
5.1 Eingangsverstärker
Eine der Quellen für Messfehler ist der vergleichsweise niedrige und zeitlich nicht konstante
Eingangswiderstand der Soundkarte. Mittels einer einfachen zusätzlichen Beschaltung kann man die
Situation wesentlich verbessern. Dazu wird zwischen Soundkarteneingang und dem ursprünglichen
Abgriffspunkt ein Operationsverstärker als Impedanzwandler geschaltet. Beispielhaft kommt hier ein
altertümlicher BIFET Doppel-Operationsverstärker B082 von RFT zur Anwendung.
Abbildung 21 - Impedanzwandler am Soundkarteneingang
Die Anwendung dieser zusätzlichen Schaltung ist besonders nützlich, wenn sehr kleine Kapazitäten
vermessen werden sollen. Es ist möglich, den Referenzwiderstand deutlich höher zu wählen
(1kohm..10kohm) Die Varianz der Messung kann bis auf 0.1pF reduziert werden.
6 FAQ (Frequently Ask Questions)
6.1 Inbetriebnahme
Die richtige Einstellung der Soundkarte kann je nach Systemkonfiguration und installierten anderen
Programmen kniffelig sein. Da präzise Messungen auch präzise Signale erfordern, dürfen systemintern
keine "Störsignale" erzeugt werden oder der Frequenzgang (Equalizer) "unnötig" verzerrt werden.
Die Vielfalt der Betriebsystemversionen kommt erschwerend dazu.
Wie nimmt man "TickyVNA" in Betrieb und wie stellt fest, ob die Soundkarte richtig eingestellt ist ?
Nach dem Starten des Programms "TickyVNA" tätigt man die Einstellungen entsprechend des folgenden Bildes und startet die Messung.
Bemerkung:
Die rot markierte Anzeige des Wertes für L-Ratio ist während der Kalibrierung bzw. wenn kein
Messobjekt angeschlossen ist normal.
Abbildung 22 - TickyVNA nach dem Start
Nach Auswahl des Plots: (Aux1) öffnet sich das Plotfenster TickyPlot sowie das dazugehörige
Kontrollfenster. Im Kontrollfenster sollte man das Autoscaling durch drücken der
"Aux_Abs(1)" bzw. "Aux_Abs(2)" durchführen. Dies ist ggf. nach Änderung der Soundkarteneinstellungen zu wiederholen.
Abbildung 23 - TpCtrl für Autoscaling
Im Plotfenster kann man nun beurteilen, ob die Soundkarte optimal eingestellt ist.
Ist dies nicht der Fall, muss man dies mittels der "Hebelchen" und "Schalterchen" in den zur
Soundkarte gehörigen Kontroll- und Einstellfenster korrigieren.
Ziel dieser Aktion ist es, im Plotfenster eine Kurve ähnlich dem folgenden Bild zu erhalten. (guter Fall)

Abbildung 24 – Kurven bei optimaler Einstellung der Soundkarte.
Beispielhaft zeigen die folgenden Bilder die zugehörigen Einstellungen der Soundkarte. (guter Fall)

Abbildung 25 – Beispielhaft richtige Einstellung der Soundkarte (Sound Out )
Abbildung 26 - Beispielhaft richtige Einstellung der Soundkarte (Sound In )
Zur Verdeutlichung, worauf es ankommt, dienen beispielhaft folgende Bilder, welche bei sehr schlechten bzw. schlechten Einstellungen entstehen.

Abbildung 27 – Beispielhafte Kurve bei sehr schlechter Einstellung der Soundkarte
Abbildung 28 - Beispielhaft sehr falsche Einstellung der Soundkarte (Sound Out )
Abbildung 29 - Beispielhafte Kurve bei schlechter Einstellung der Soundkarte
Erst wenn die Soundkarte richtig eingestellt ist, kann man die eigentliche Applikation auswählen, die
entsprechenden Kalibrierungen absolvieren und die gewünschten Messungen durchführen.
6.2 Negative Werte für L und C
Warum werden zuweilen negative Werte für Induktivität oder Kapazität angezeigt ?
Aus den mathematischen Modellen können sich negative Werte ergeben, wenn man beispielsweise
festlegt eine Kapazität messen zu wollen aber letztendlich eine Induktivität als Messobjekt
angeschlossen hat. Negative Ergebnisse deuten also darauf hin, dass die Vorgabe der Art der zu
messenden Impedanz falsch ist. Die scheinbar unsinnige Anzeige beispielsweise einer negativen
Kapazität beinhaltet letztlich dann doch noch eine nützliche Information, welche bei Unterdrückung des
Ergebnisses verloren wäre.
Negative Werte können zu dem auch dann entstehen, wenn kein Messobjekt angeschlossen ist, da
dann die parasitären Elemente, das allgegenwärtige Rauschen sowie die begrenzte Messauflösung
zum Tragen kommen.
Weiterführende Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkanalysator.
http://www.technik.ba-ravensburg.de/Aufbau und Test eines Vektor-Netzwerk-Analysator.